Freud sah in Otto Gross trotz dessen Drogenabhängig seinen begabtesten Schüler. C.G. Jung folgte diesem Urteil, obwohl er insgeheim eine persönliche Antipathie gegen Gross hegte. In der öffentlichen Wahrnehmung wurde sogar kolportiert, Otto Gross habe C.G. Jung zur Psychoanalyse „bekehrt“. Auf Max Webers heftige Ablehnung von Otto Gross als Wissenschaftler ist noch zurückzukommen.

Die Geschichte des Rebellen Otto Gross im Verhältnis zu  drei großen Patriarchen der Zeit – von denen C.G. Jung noch nicht den Status eines Patriarchen erreicht hatte, aber drauf und dran war, es zu werden – ist nicht ohne Tragik, ja zuweilen ist sie tragikomisch und in ihrer Substanz ein markantes Beispiel für Genese und Ausgang von privaten und gesellschaftlichen Generationskonflikten im Expressionismus. Ich beginne mit Sigmund Freud, dann folgt C.G. Jung und schließlich Max Weber.  Die Konstellationen überschneiden sich. Das Drama des begabten Kindes und Jünglings Otto, Sohn auch eines Patriarchen, hat Emanuel Hurwitz in seinem epochalen Werk über Otto Gross Paradiessucher zwischen Freud und Jung eindrucksvoll erforscht. Die väterliche Instanz Hans Gross in der Beziehung zum Sohn Otto bleibt in meiner Darstellung nur als Folie, im Kontext der anderen Beziehungen relevant.

Otto Gross, in Graz, München und anderwärts  als Arzt und Psychiater unter anderem bei Emil Kraepelin  ausgebildet,  verläßt Graz und seine aussichtsreiche Karriere als Psychopathologe an der dortigen Universität, zieht nach München und wird zunächst als Freudianer alsbald ein bekannter und umstrittener Protagonist in der Bohème, seit Jahren drogensüchtig, eine gut aussehende charismatische Figur.  Von Hause aus durch Zuwendungen des Vaters unabhängig stützt er sich auf die Freud’sche Psychoanalyse. Und doch dauert es nicht lang:  1908 auf dem psychoanalytischen Kongress tritt er Freuds ärztlichem Anspruch entgegen: die Psychoanalyse müsse mehr sein, erweitert werden, eine gesellschaftliche Funktion entwickeln. Noch aber ist der Bruch mit Freud nicht vollzogen. Freud, über jeden nichtjüdischen Anhänger, wie C.G. Jung, Binswanger, Bleuler und andere Schweizer hocherfreut, will Otto Gross, den er als einen begabtesten Theoretiker ausmacht, in Analyse nehmen. Doch zuvor, das ist Bedingung, soll Gross  im Züricher Burghölzli  eine Drogenentziehungskur absolvieren.  Dort amtet C.G. Jung. Er wird in Zürich der Analytiker von Otto Gross. Die Krankenakte hat sich erhalten. Wir wissen, dass C. G. Jung und Otto Gross sich gegenseitig analysierten. Jung berichtet über seine stupenden Erfolge an Freud. Freud ist überrascht, ja befremdet, denn eigentlich wollte er die Analyse auf die Entziehungskur „draufsetzen“.  Gross zwischen Freud und Jung wird bekanntlich zum Objekt eines ausgedehnten Briefwechsels. Wie bei Spielrein treten auch hier schnell die Differenzen zutage. Ist es bei Spielrein die angebliche oder tatsächliche intime Beziehung zwischen Jung und der Analysandin, so ist es bei Gross die Fragwürdigkeit der Diagnosen Jungs: Von seiner Analyse mit Otto Gross hochbegeistert und scheinbar sehr erfolgreich bei der Drogenentziehung und der Bearbeitung der Konflikte, sieht sich Jung plötzlich gescheitert. Gross bricht die Behandlung ab und entflieht über die Mauern des Burghölzli. Für den zutiefst enttäuschten und gekränkten Jung lautet das Fazit: Wenn Otto die Analyse mit ihm abbricht, kann nur Dementia praecox, unheilbare Schizophrenie vorliegen. Eine fatale Diagnose, die Otto Gross zeit seines Lebens belasten wird. Freud, der Otto gut kennt, auch dessen Frau Frieda,  diagnostiziert eine Zwangsneurose. Zur gleichen Diagnose wird 1914 der Psychoanalytiker Wilhelm Stekel kommen  – Emanuel Hurwitz  und andere werden Jahrzehnte später dieser Diagnose zustimmen.

Auffällig ist: Otto Gross wurde schon in München rebellisch, gegen seinen Chef den großen Kraepelin, wollte ihn sogar zum Duell fordern, weil der nichts von Psychoanalyse verstehe. Ernest Jones kann Gross nur mit Mühe davon abhalten. Auch gegen die Freud’sche Theorie rebelliert Gross. Bei C.G. Jung mündet die Beziehung ähnlich: Nach dem Abbruch der Analyse folgt neuer heftiger Drogenkonsum in der Schweiz und in Deutschland. Gegen Jung erhebt Jung jetzt den Vorwurf, dieser habe in der Analyse ihm, Gross, Theorien entlockt und sie später als eigene ausgegeben und  allein vermarktet, statt sie wie geplant gemeinsam zu veröffentlichen. Ein Vorwurf, der übrigens in der Geschichte der Psychoanalyse nicht allein steht, zeitweilig fast zum obligaten paranoischen Inventar der Analytiker und Lehranalysanden zählt. Der Kampf um Prioritätsansprüche  tobt  auch hier, ob nun berechtigt oder nicht: Gross hat mit dem von ihm zu Beginn so sehr verehrten  Jung gebrochen  und vice versa. Jungs Diagnose und Gutachten werden Gross bis zum Lebensende, in allen Prozessen, späteren Gutachten und Urteilen verfolgen.

Für Freud ist der Fall Gross spätestens dann erledigt, als sich Gross nach der Entlassung als geheilt aus der Psychiatrie Troppau im Juli 1914 in die Nachbehandlung zu Stekel  begibt. Ausgerechnet Stekel: ein von Freud abgefallener Dissident, wie C.G. Jung. Ausgerechnet Stekel:  der hatte, wie Freud berichtet wurde, zur Rechtfertigung seiner eigenen von Freud abweichenden Theorie gesagt, er stehe auf den Schultern eines Riesen und sehe daher weiter als dieser ! Freud konterte: Das gelte nicht für die Laus auf dem Kopf eines Riesen.

Bei Stekel  wiederholt sich das Drama: Gross bedient sich in Stekels Klinik unerlaubt an Drogen, verführt dessen Mitarbeiterin Mizzi Kuh, Schwester des Schriftstellers Anton Kuh, den er gleichfalls als Anhänger gewinnt – und bricht die Behandlung bei Stekel ab. Der anschließende Eintritt ins Heer als Lazarettarzt  Anfang  1915 und der Tod des Vaters Hans Gross  Ende 1915 ändern die Koordinaten: Jetzt fehlen Otto Gross die Patriarchen als Antipoden. Aber Otto kämpft um seine gerichtliche Rehabilitierung in Bezug auf die Diagnose, die ihm seit der Behandlung bei Jung anhängt, und  um das Erbe des Vaters, das er für sich für seine Frau Frieda und seine Kinder Peter und Eva beansprucht.

Damit sind wir bei Max Weber angelangt, der im Prozess gegen Hans Gross als Berater von Frieda eine wichtige Rolle spielt.  Hier ist eine Rückblende  notwendig: Der sich seit dem Abfall von Freud als „Sexualimmoralist“ und Missionar dieser Theorie, als Befreier von väterlicher Unterdrückung verstehende Otto verliebt sich unter anderem in Else Jaffé, geborene von Richthofen. Die soll ihm helfen, einen Beitrag über seine revolutionären Theorien in Max Webers Zeitschrift zu veröffentlichen: Max Webers Antwort an Else Jaffé ist bemerkenswert. Otto, ein wertvoller Mensch, sei ein bloßer Missionar und ideologischer Prediger, kein wertfreier Sozialwissenschaftler wie Weber sich ihn wünscht.

Wir wissen heute: Weber war selbst in Else vergeblich verliebt. Das beeinflusste sein negatives Votum sicherlich. Und doch bin ich mit Sam Whimster, einem der besten Kenner der Szenerie um Weber, der Ansicht, dass Otto Gross’  Haltungen Webers Charisma-Theorie stark beeinflusst haben. Wer die spätere „Zwischenbetrachtung“ liest und den Briefwechsel Webers in diesen Jahren, weiß, dass  die Erfahrungen und Gespräche Webers  in Ascona  und die Einflüsse von Otto Gross auf die Frauen- und erotische Bewegung in Heidelberg, München und Ascona nicht ohne Rückwirkung auf Weber geblieben sind.

Der Rebell Otto Gross vermag bei Max Weber nicht zu landen. Weber analysiert als Prozessjurist und Berater von Frieda Gross, die nun in Ascona mit Gross’ Freund Ernst Frick zusammenlebt, die Prozesse des Hans Gross gegen Frieda und Otto – sorgt für Gutachten, Geld, Anwälte, Zeugen, ja er schreibt selbst Entwürfe für Frieda Gross und deren Wiener Anwalt Pellech, die lebenslange Freundin von Else Jaffé, die weiterhin von Max Weber verehrt, mit Alfred Weber zusammenlebt. Ihr Mann, Edgar Jaffé, Kollege von Max Weber, neigt wiederum den Theorien von Otto Gross zu.

Der Bruch zwischen Otto Gross mit C.G. Jung ist von Dauer. Jungs Diagnose bleibt in allen Akten und Verfahren direkt oder indirekt wirksam. Jung tilgt den Namen Gross aus seinen Publikationen. Und doch wird nicht zu Unrecht die Ansicht vertreten, dass Jungs Theorie-Konzepte etwa die zu Charakter-Typen in Teilen von Gross stammen. Für den Rebellen  Gross ist Jung ein verachtenswerter Abtrünniger von Freud, ein Plagiator, ein Verräter an der  wissenschaftlichen Revolution, letztlich gar nur religiöser Fanatiker und Mythologe.

 

Reaktionen, Arcana und Rezeptionen

Wie lassen sich aus staubtrockenen Archiven als „soziale Observatorien“ (Annette Farge) in einer mehr oder weniger  zerstückelten Aktenwelt Individuen und Kommunikationsweisen entnehmen, private und soziale Zusammenhänge, Netzwerke  im Raum und Zeit[1]  herstellen?  Die Entstehung und die konkrete Entwicklung  der Beziehungen von Personen untereinander anhand von Quellen zu interpretieren, wäre ohne den historischen und biografischen Kontext, das gesellschaftliche Beziehungsfeld und Netzwerk  (nach einem Wort von Freud aus der „Traumdeutung“) ein Stück„unwissenschaftlicher Virtuosität von sehr zweifelhaftem Charakter“.

Es gibt bislang keine zuverlässige umfassende Zusammenstellung  der Personen, die in der Zeit von 1900 bis 1920 von Otto Gross  in Graz, München, Ascona, Berlin oder anderwärts in der Nachfolge Freuds analysiert, therapiert oder mehr oder weniger analytisch oder auf andere Weise relevant  beeinflusst worden sind, und wir wissen auch nicht, in welchem setting und mit welchen Methoden er behandelt hat. Der Einfluß Freuds ist jedoch allenthalben unverkennbar. Da es kaum Aufzeichnungen über die Gespräche, Therapien oder Analysen erhalten sind, lässt sich die folgende Aufstellung über die Wirkungen der Psychoanalyse – in der Version von Otto Gross – nur als vorläufige, sehr unvollständige und nicht in jeder Hinsicht solide Information wiedergeben. Sie lässt die unterschiedlichen Beziehungen der Personen, die untereinander und mit Otto Gross Kontakt hatten, offen oder nur bedingt erkennen. Vieles ist nur indirekt zu erschließen. Im übrigen ist, da die Gespräche häufig in privaten Kontakten, im Café Stefanie in München, im anarchistischen „Ruheraum“ Asconas und selten in institutionellen Einrichtungen oder aufgrund psychoanalytischer Vereinbarungen nach heutigem oder auch nur nach damaligem Standard geführt wurden, die Abgrenzung zwischen Analysen, Therapien, privaten Gesprächen und entsprechenden Einflüssen sehr schwer möglich. Literarische Verarbeitungen sind in der Regel als historische Quellen nur bedingt und nur mit sorgfältiger, quellenkritischer Betrachtung geeignet. Immerhin vermitteln  zahlreiche zeitgenössische Romane (von Leonhard Frank, Karl Otten, Franz Werfel u-a.-sie Eindrücke von positiven und negativen Reaktionen auf Otto Gross. Er hatte in der Berliner, Züricher und Dada-Zeit, sieht man von  Raoul Hausmann und Hanna Hoech ab, eher geringeren Einfluss.

 

Als Freudianer mit „Dementia praecox“ in der Psychiatrie

In der Psychiatrischen Anstalt in Troppau scheint Otto Gross als Teil seiner eigenen Therapie von Januar bis Juli 1914 als Psychiater und Therapeut eingesetzt worden zu sein. Franz Jungs retrospektive Beobachtungen sind allerdings allzu positiv gefärbt. Als der Anstaltsdirektor Gross vorschlug, einen Patienten, einen notorischen Betrüger, zu analysieren, aber nur unter  amtlicher Aufsicht von Wärtern, lehnte Otto Gross  – als hier ganz ordentlicher Freudianer – solch observierte Analyse entschieden ab. Seine therapeutischen Bemühungen um den Schizophrenen Anton  Wenzel Grosz  haben sich in einer Publikation erhalten.[2] Die Krankengeschichte ist wie auch die über Otto Gross in Troppau nicht mehr vorhanden. In der Berliner Psychiatrie gelangt Jungs Novelle „Die Telepathen“ (geschrieben auf Grund der Papiere des Schizophren Anton Wenzel Grosz) in die Ermittlungsakten des Deserteurs Franz Jung. Der dortige Psychiater nimmt sie als schlagenden Beweis für das depressive Irresein des Schriftstellers und seine Schuldunfähigkeit – eine groteske Umkehrung. Andererseits trainiert Franz Jung seinen Freund Oehring vor dessen Musterung dann psychoanalytisch so als „Gesundheits-Simulanten“, dass der vom Musterungsarzt als  in Wahrheit Kranker entlarvt werden soll. (Man sieht, wie vorsichtig psychiatrische Akten als historische Quellen zu nehmen sind.) Für Franz Jung wird die von ihm radikal politisch gewendete Psychoanalyse in allen politischen und persönlichen Lebensstationen zum Mittel der Introspektion und gesellschaftlichen Analyse. Der lebens- und politik-bestimmende Einfluss, den der Casus und seine Involvierung auch in der Folge auf den politisch linksradikalen Abenteurer Jung ausübte, lässt sich noch an dessen Autobiographie „Der Weg nach unten“ (1961) ablesen.

Als Otto Gross in Tulln durch seinen früheren Therapeuten Berce aus  dem Wiener „Steinhof“ und einen Wiener Gerichtspsychiater – nach Wunsch, Willen und mit einseitigen Informationen von Hans Gross – behandelt und zwecks Einweisung und Entmündigung wegen „Wahnsinns“  begutachtet wurde, hat er selbst im Nachhinein diese Asylierung und „Therapie“ in dem Gerichtsverfahren in Graz einer fachlichen, orthodoxen Fundamentalkritik unterzogen: Die  Drogenentziehung sei medizinisch nicht lege artis  erfolgt, daher auch das Gerichtsgutachten falsch. Dass er die Beihilfe zum Suizid der psychisch kranken Lotte Hattemer und Sophie Benz in Ascona für psychiatrisch-ethisch völlig  in Ordnung hielt, konnte er zur gleichen Zeit mit einer individualistisch-autoritären und gesellschaftlich  interpretierten Freud’schen Lehre vereinbaren. Die etablierte Medizin und Gerichtsbarkeit in Österreich mochte ihm da keinesfalls beipflichten. Ein Patriarchat des Hans Gross jedoch über seinen Enkel Peter wird von österreichischen Gerichten nicht abgesegnet: das Sorgerecht  über ihre zwei Kinder bekam die in „wilder Ehe“ mit Ernst Frick im  Tessin lebende  Frieda Gross. Der Arzt und Psychiater Otto Gross, zeitlebens drogensüchtig, wird hingegen geschäftsunfähig unter beschränkter Vormundschaft bleiben und soll nicht mehr als Arzt über Leben und Tod entscheiden können. Allerdings hatten Hans Gross und die Gerichte nicht mit dem Ersten Weltkrieg gerechnet. Der militärische Staat setzte den wegen „Wahnsinns“ entmündigten Otto Gross ab 1915 ungerührt als verantwortlichen Lazarettarzt in Blatternhospitälern hinter der Front in Ungarn ein. Otto Gross, der hier wieder leichtesten Zugang zu Morphium und Kokain hat, darf über Tod und Leben entscheiden, will Mizzi oder Nina Kuh heiraten, findet ergebene  ärztliche Jünger, muss als süchtiger Rückfall-Patient ins Militärspital, und kommt dann, ausgemustert noch kurz nach Wien in die Psychiatrie  „Steinhof“. Schließlich setzt er seine permanent drogenabhängige Vorkriegsexistenz in Graz und Wien und bis 1920 in Berlin fort. Der zunächst wegen „Wahnsinns“, dann durch „beschränkte Geschäftsfähigkeit“ Entmündigte bildet in Wien sogar Dr. Dorian Feigenbaum als Analytiker aus!

 

Bukolische Tage“

Johannes Cremerius hat diese Epoche einmal etwas euphemistisch die „bukolischen Tage der Psychoanalyse“ genannt.[3] Wie sich die Experimente des Otto Gross an lebenden Objekten im Hause Kollwitz und bei den Gebrüdern Goesch auswirkten, ist bekannt. Familien und Ehen gerieten aus den Gleisen – Wasser auf die Mühlen des anarchistischen Patriarchen Gustav Landauer, der als Gross- und Psychoanalysegegner bekannt war.  Die fragilen temporären Zusammenkünfte, dementsprechende „Gruppenbildungen“ und Kontakte können wir soziologisch nicht als längerfristige „Zirkel“, „in-groups“ oder Gruppen, eher als zeitweilige „Milieus“ in München, Ascona, Berlin, Heidelberg und Zürich betrachten. Erich Mühsam zum Beispiel stellte mit Otto Gross und Johannes Nohl seit 1906 die Verbindung zur weitgefächerten literarischen und künstlerischen Bohème in München und dort zum Umfeld der Franziska von Reventlow dar. Sie lehnte den Vorschlag von Otto Gross, bei ihm eine Analyse zu absolvieren ebenso rundweg  ab wie der Maler Richard Seewald. Der tummelte sich lieber im Milieu des jungen Carl Schmitt. Die in Teilen von Otto Gross beeinflusste und sich seinetwegen spaltende politische Szene findet sich in der anarchistischen Gruppe TAT in München, dem dortigen Zweig von Gustav Landauers „Sozialistischem Bund“. Landauer selbst lehnte die Psychoanalyse strikt ab: Sie führe zur Auflösung der Ehe und zu Homosexualität.  Schlüsselfiguren der von Otto Gross‘  Thesen beeinflussten Gruppe TAT waren Erich Mühsam, Johannes Nohl, Franz Jung, Oskar Maria Graf, Georg Schrimpf, Karl Otten und Eduard Schiemann. In Berlin sollten in vergleichsweise schmalen Zirkeln im Umkreis der  Zeitschriften „AKTION“ (Franz Pfemfert)  und „Die Freie Straße“ Freunde und Anhänger hinzukommen. Ein neues literarisches Genre schießt hervor: der „psychoanalytische Roman“  des Expressionisten Franz Jung. In den kleinen Zirkeln schloss  das bei einigen der Genannten therapeutische Kontakte ein.[4] Einiges wirkt indirekt oder über  Rezeption der Theorien des Otto Grossin den Jahren nach 1920 weiter. Bei Wilhelm  Reich, den Franz Jung in den USA als späten Doppelgänger von Otto Gross bezeichnete,  ist, wie Bernd Nitzschke gezeigt hat,  der Einfluss  deutlich, aber ein historischer Nachweis des Kontakts und der Rezeption bisher nicht möglich.[5] Der Mythos lässt sich konkretisieren, wenn man versucht, wie dies hier erstmals so weit wie möglich geschieht, seine Analysanden, Anhänger und das nähere und weitere Umfeld des in der Münchner Bohème, in Heidelberg, Dresden, Ascona und Berlin, Graz, Wien u.a. einflussreichen Analytikers Otto Gross und der durch ihn vertretenen Psychoanalyse personell zu erfassen:

Die von mir ermittelten Personen aus diesem Umfeld waren zwischen 1905 und 1919 (in alphabetischer Reihenfolge):

 

Guillaume  Appollinaire, Paris / Sophie Benz, München /  Johannes R. Becher, Berlin / Blaise Cendrars, Paris / Margaret Faas-Hardegger, Bern, Minusio / Grete Fantl, Hellerau, Leonhard Frank, München /  Dorian Feigenbaum, Wien (Tel Aviv, New York) / Ernst Frick, Ascona, München / Heinrich Goesch, Dresden / Paul Goesch, Dresden / Oskar Maria Graf, München / Frieda Gross, geb. Schloffer, Graz, München, Ascona / Anton Wenzel Grosz (Patient in Troppau) / Simon Guttmann, Berlin / Raoul Hausmann, Berlin / Emmy Hennings, München, Tessin /  Hermann Hesse, Ascona, Bern / Mia Hesse, Bern / Hannah Hoech, Berlin / Carlo Holzer, München / Else Jaffé, geb. v. Richthofen, Heidelberg / Edgar Jaffé, Heidelberg, München / Ernest Jones, München / Claire Jung, geb . Otto, Berlin / C.G. Jung Zürich / Franz Jung, München, Berlin / Margot Jung, Berlin / Franz Kafka, Prag / Gina Kaus, Wien / Otto Kaus, Wien / Oskar Kanehl, Berlin / Hans Kollwitz, Berlin / Anton Kuh, Wien / Margarethe Kuh, Wien / Mizzi Kuh, Wien / Nina Kuh, Wien / Elisabeth Lang (Patientin) / Emil Lask, Heidelberg / Rudolf E. Manasse (Hellerau) / N.N. (Militärarzt, Österreich, während der Militärzeit von O.G., 1915ff.) / N.N. (Patient in Troppau, Straftäter) / Johannes Nohl, München, Ascona / Fritz Oehring, Berlin / Richard Oehring, Berlin / Karl Otten, München / Ludwig Rubiner, Berlin / Eduard Schiemann, München / Else Schiemann, München / Georg Schrimpf, München / Walter Serner, Berlin / Wilhelm  Stekel, Wien / Regina Ullmann, München / Frieda Weekley, geb. v. Richthofen, München / Leopold Weiss (Muhammad Asad), Berlin / Franz Werfel, Wien / Arnold Zweig, Berlin / Beatrice Zweig, Berlin

Wenn man die geistesgeschichtlichen Linien dieser rebellischen Dissidenten skizziert, ergibt das ein differenziertes Bild mit zahlreichen Färbungen: Otto Gross basiert letztlich  auf Freud, Bachofen und Nietzsche, sein gelehriger Schüler Erich Mühsam, der Freud gegenüber eine Spontanheilung durch Otto Gross rühmte, schwört auf die Psychoanalyse in der Version von Gross  und  zugleich auf Landauer. Der eklektische „Analytiker“ Johannes Nohl fügte seinen Hausheiligen Franz von Baader hinzu: Daraus ergab sich eine freihändige  und religiös grundierte Mischung aus romantischer Philosophie des 19. Jahrhunderts und die Hoffnung auf einen utopischen Staat als  Matriarchat – der, wenn irgend möglich, bisexuell sein sollte.  Die psychoanalytische libertinistische und literarisch-künstlerische Drogenbohème fand in privaten und politischen Zirkeln in München, Berlin, Ascona, Zürich und Heidelberg  fast epidemisch Einlass. Der Fall Otto Gross erregte aufgrund des Eintretens von Intellektuellen, Künstlern und Literaten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich großes Aufsehen und wird deshalb bis heute als exzeptionell betrachtet. Denn in seiner Besonderheit steht er am Ende einer Reihe von Fällen, die vor und nach 1900 Teile der Öffentlichkeit bewegten. Daran ist richtig, dass die Anhänger in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch bis nach Frankreich die viele Gemüter erregende Konstellation und die Wirkung in Teilen einer Generation von Intellektuellen, Künstlern und Literaten ihn als herausragenden casus erscheinen lässt. Dennoch steht er in seiner extremen Besonderheit am Ende einer Reihe. Schon 1912 lagen mehr als 200 Broschüren die von angeblich zu Unrecht asylierten Personen verfasst worden waren. Zu diesem Diskurs gehörten auch die Reformbewegungen für ein transparenteres und juristisch besser abgesichertes Recht der Einweisung in Psychiatrien, die Reform der Voraussetzungen der Geschäftsunfähigkeit und der Prüfung von Schuldfähigkeit, die Änderung des Entmündigungsrechts mit einer besseren gerichtlichen Kontrolle.

 

Die Sorgen der Hausväter

Es ging in der jungen, expressionistischen Generation um neue Formen von „Beziehungen“ und um gesellschaftliche und politische „Vorarbeit“ für die kommende Revolution. Das führte bei der älteren, der Vätergeneration zu absehbaren Reaktionen. Gesellschaft, Wissenschaft und Politik observierten oder verfolgten, so wie Vater Hans Gross, die neue höchst gefährliche Methode, die scheinbar unaufhaltsam grassierende Psychoanalyse, die zuweilen als unwissenschaftlich, gar als eine Art Astrologie diffamiert wurde. Ein spätes Echo dieser Einschätzung klingt noch in Kerr’s „A Most Dangerous Method“ nach, in dem von Tagträumen und Polygamie, theoretischer und praktischer Dissidenz der frühen Psychoanalyse in punkto Erotik und Sexualität die Rede ist.  „In the realm of enacted psychoanalytic fantasy, Otto Gross was proudly living out his antipatriarchal daydream, and his call for ‚polygamy‘ amounted to nothing more or less winning away from the fathers all the mothers and daughters who were brave enough to come.“[6]

Die kulturelle Bedeutung der Theorie vom historischen und der Hoffnung auf ein künftiges Matriarchat war – Teil des Diskurses schon  im Münchener Klages –Schuler – Kreis vor Otto Gross und  gegenläufig auch im Kreis von Carl Schmitt  – für die Gruppenbildung in den anarchistischen Gruppen nach 1900, in der Bohème und Gegenkultur, des Expressionismus schlugen sich dieser Ansichten im Kampf gegen die patriarchalische Gesellschaft und gegen den Staat der Patriarchen nieder.  Hier finden wir dann fast alle berühmten Namen der literarischen  und künstlerischen Haute volée jener Zeit

 

„Maulhelden“ im Sinne Max Webers

Was Max Weber von der crême de la crême der Expressionisten von Else Lasker-Schüler bis Arnold Zweig hielt die sich für Otto und gegen Hans Gross in den Zeitschriften „Aktion“ und „Revolution“ und auch sonst im Dezember 1913 lautstark vernehmen ließ, hat er in einem Brief an den Heidelberger Philosophen Emil Lask formuliert; Weber will von den aus seiner Sicht apolitischen Scharaden nichts wissen: „Denn dass dabei nichts andres als eitle Selbstbespiegelung dieser Jämmerlinge, die den ehrlichen Namen „Revolution“ mit ihrem Maulheldentum auf dementsprechend Papier beschmutzen, herauskommen würde, ist doch klar.“ Otto Gross werde damit zum „unkritischen Genossen von Narren“, von diesen Schwachsinnigen und sterilen Schwätzern, die womöglich noch Zettel vor der Grazer Universität verteilen würden nur kompromittiert.[7]  In allerdings noch falscher Einschätzung des Patriarchen Hans Gross in Graz hofft Max Weber als juristischer Berater in Friedas Kampf um das Sorgerecht, den Unterhalt und das Erbrecht für ihre Kinder (Peter und Eva) anfangs noch auf einen Vergleich. Der vom eigenen Vater mit dem Etikett  „Wahnsinn“ (auf der Basis von C.G. Jungs Dementia-praecox-Diagnose) entmündigte Rebell Otto Gross  geht auf totale, öffentliche und juridische Konfrontation – und die ihr Recht im Wilhelminismus und in der Habsburger Monarchie einklagende Rebellin Frieda Gross setzt gegen den patriarchalischen Schwiegervater alle weiblich-feministisch-emanzipierten Mittel ein: (und muss dabei mit dem Ethiker Weber über das Recht auf Lüge streiten). Sie setzt dennoch auf Max Weber, auf die Protagonistinnen der deutschen und österreichischen Frauenbewegung, vor allem Marianne Weber – von Ascona aus, aus dieser „Fabelwelt“ …“voller Zauberweiber, Anmuth, Tücke und Glücksbegier“ (Max Weber). Die Prozesse in Graz  zogen sich bis 1918 hin. Und auch hier regierten die Patriarchen.[8]  Die Psychiatrie, nach einem Wort von Musil der „Reserveengel der Justiz“, liefert die Munition für das fatale Schlussurteil von 1918 über Otto Gross. Die Einweisung und die Entmündigung wegen „Wahnsinns“ – (Dementia praecox) – wurde schlussendlich besiegelt. .

 

Fazit:

Wie gingen die Patriarchen und ihre Instanzen mit abweichendem Verhalten um ? Gab es neue Wege, auf  Normabweichungen und Rebellen zu reagieren ? Aus der Sicht des Historikers ergibt sich ein Bild mit zahlreichen Schattierungen.

 

1.
Gross sagt der autoritären Kleinfamilie und dem Staat den Kampf an. Hier gerät er vor allem mit Freud und Weber, dann aber auch mit C.G. Jung in Konflikt. Seine Drogenabhängigkeit ist historisch gesehen um 1900 ein verbreitetes Phänomen, kein nur individuelles des Otto Gross, es ist Teil der Szene. Freud akzeptiert den (arischen) Theoretiker Otto Gross, Max Weber lehnt Otto Gross als unwissenschaftlichen Denker ab, C.G. Jung verkehrt das zunächst extrem positive Votum in krasse Ablehnung. Die entscheidenden Ereignisse des Rebellentums beginnen bald nach Ottos Umzug mit Frieda Gross nach München, finden dann vor allem im Jahr 1908 statt, beim Psychoanalytischen Kongress, bei Max Webers Ablehnung von Gross und dem Abbruch bei C.G. Jung. Otto Gross springt über die Mauer der Psychiatrie in Zürich. Ein sehr dramatischer Abgang: Er war freiwilliger Patient 1. Klasse, nicht in geschlossener Abteilung untergebracht, er hätte zur Tür hinausgehen können! Und so lässt sich sein „Ausbruch“ aus der psychiatrischen Anstalt zugleich als ein Symbol verstehen für seine permanenten Grenzüberschreitungen in Lehre, Praxis und Leben.

2.
Wir finden in dieser Epoche bemerkenswerte Exempel vagabundierender Persönlichkeiten, frei schwebende Existenzen, die ohne Grenzsetzungen theoretisch und vor allem praktisch mit anderen Menschen, einschließlich Patienten experimentieren. Sie sind fasziniert von der Psychoanalyse, ohne deren Regeln und Grenzen, die sich erst entwickeln, zu akzeptieren. Damit verbunden ist die  Tendenz, aus extremen Selbst- und Fremd-Überschätzungen  sich selbst und andere Existenzen zu zerstören.
Solche Experimente, in Kunst und Literatur etablierte Muster, sind auf  anderen Gebieten riskant, weil hier Fantasien und Triebenergien nicht so gefahrlos wie im künstlerischen Werk ausgelebt werden können.

3.
Etablierte Muster von Experimenten in der Wissenschaft sind damals nur bedingt vorhanden: oder anders gesagt: Die zeitgenössische Psychiatrie erkennt Normabweichungen nicht als Experimente an, vielmals reagiert sie darauf mit Ausgrenzung, und Asylierung. Die Psychoanalyse, selbst nicht etabliert, vermag auf Rebellen ebenfalls nur durch Ausgrenzung und Ausschluss zu reagieren. Sie ist keine alternative Methode, sich mit abweichendem Verhalten zu befassen, es zu erklären, sie verfolgt primär zwei Ziele: Anpassung, durch Beseitigung von Störungen, was im besten Falle zur Autonomie beitragen kann. Die benachbarten Kriminalwissenschaften wollen generell die Ursachen von Kriminalität beseitigen, vor allem aber Straftäter und andere Unangepasste aus dem Verkehr ziehen, ganz so wie die traditionelle Psychiatrie, damit  die Öffentlichkeit vor diesem gefährlichen Zeitgenossen schützt werden möge.

4.
Den Rebellen passt es nicht, dass Freud und Weber auch der neuen Psychoanalyse Regeln oktroyieren wollen. (Sie haben vielleicht auch deshalb mit solcher emotionalen Heftigkeit abgelehnt, weil sie in Freud und Weber Personen vorfanden, mit denen sie aus verschiedenen Gründen nicht konkurrieren konnten.)

5.
Andererseits ist festzuhalten, dass damals die traditionelle Psychiatrie etwa bei Kraepelin und anderen und auch die Sozialwissenschaft, einschließlich der Kriminalwissenschaften neue Wege beschreiten. Die blinden Flecken der jungen rebellistischen Generation gehören insoweit zum Syndrom.

 

6.
Waren die neuen, mehr oder weniger frei vagabundierenden Grenzgänger auf die autoritären Elternfiguren fixiert ?
Verbarg sich  unter des Kaisers neuen Kleidern mit Otto Gross auch ein patriarchalischer Charismatiker auf den Laufstegen der Bohème , mit einer durch Drogen benebelten Aura, umringt von attraktiven Mannequins des ersehnten Matriarchats, das es angeblich schon einmal in paradiesischer Urzeit gegeben hatte ?

Wie offen, wie eng, wie ambivalent und fragil waren die historischen Rahmenbedingungen für gesellschaftliche Veränderungen in diesen Feldern ? Offene Fragestellungen für Teilbereiche der Mikro- und Makrohistorie

 

Quellen und Literatur (Auswahl)

I
Steiermärkisches Landesarchiv Graz,
Dr. Otto Gross P IX 2/14; Bezirksgericht Graz  IX 41/14; IX 1089/15
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Geheimes Staatsarchiv Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin, Rep. 92, Nachlass Max Weber

Archiv der Verf. Freiburg, Düsseldorf , Verfahrensakten Hans Gross, Otto Gross, Frieda Gross  u.a. ( Sammlung und Transkriptionen)1906-1920

Else  von Richthofen Papers , Tufts University Medford/Mass.

Universitätsbibliothek Heidelberg, H.Hs 3820 III

II

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